Ausgabe: 0
· The
September 2001
Iteration ·

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Impressum

The Iteration stellt sich vor.

Wir begrüssen Euch zur Nullten Ausgabe von The Iteration und brechen damit in die Antipoden des experimentellen Show-Journalismus auf.

In dieser Ausgabe wird gleich ein erster Versuch unternommen, vom Pfad der Objektivität abzuweichen. So zeigt uns der Bericht über A' Lam Achada den Auschnitt aus einer Parallelwelt. Achmem Gebisch ist ein Antipode und exitiert hinter den unsichtbaren Mauern der Realität. Das Team von logicsperm interagiert mit den Schattenwelten von The Iteration. Wir sehen das am Beispiel von Guy Lacroix, der die Mauern durchdrang, um seinen Einfluss geltend zu machen.

Fluxiome

Fliessmuster als Verkaufsschlager

Was als Bodenornament im alten Rom schon gute Dienste geleistet hat, ist auch heute wieder der letzte Schrei. Die Boutiquen können sich vor der Nachfrage nach den neuen Fliessmustermodellen kaum retten. "Die Leute übernachten vor unseren Läden, um an die neusten Lieferungen ranzukommen. Besonders das Fliessmster für alle Lebenslagen wird von den Endkonsumenten bevorzugt gewählt. Die Farben sind zahlreich, das Sehvergnügen durch spezielles Rendering ungetrübt. Eine Marktsättigung ist momentan nicht in Sicht", so ein Einzelhändler. Es bleibt allerdings abzuwarten wie sich der Markt entwickelt, wenn Billiganbieter das Segment mit pixelfehlerbehafteten Fliessmustern überschwemmen.

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A' Lam Chada Was ist passiert?

Voodoo?

Mysteriöser Häusereinsturz in A' Lam Achada stellt Experten vor ein Rätsel

Achmem Gebisch ist Gemüsehändler in A' Lam Achada. Sein Laden ist komplett zerstört. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Die Katastrophe fand nach Aussagen von Wissenschaftlern ohne erklärlichen Grund statt. Die Versicherungen wollen nicht zahlen, da die Ursache des Schadenfalls nicht bekannt sei und der Fall somit einer Rechtsgrundlage entbehre.

Guy Lacroix vom Institude of Paranomal Phenomenons behauptet jedoch eine mögliche Erklärung zu kennen. Er führt die Katastrophe auf eine Art ungewolltes Voodoo zurück. Lacroix untersucht Morphogenetische Felder und deren mögliche okkulte Auswirkungen auf Recht und Wirtschaft. Morphische Felder arbeiten nichtlokal in der vierdimensionalen Raumzeit. Seine Theorien werden in Wissenschaftskreisen belächelt, während seine Vorträge ständig ausverkauft sind.

Lacroix führt aus, dass vor nicht allzu langer Zeit viel Sand aus der Gegend von Gebischs Gemüseladen an die Küste transportiert wurde, um dort Kindern das Bauen von Sandburgen zu ermöglichen. Unter den Kindern haben sich inzwischen wahre Meister des Sandburgenbaus entwickelt. So fanden sich einige Burgen, die in ihrer Form den Häusern von A' Lam Achada ähneln. Getreu nach dem Voodooprinzip, bei dem stoffliches vom "Opfer" verwendet wird, um eine dem Opfer ähnliche Form zu bauen, fand wegen des stofflichen Zusammenhangs und der ähnlichen Häuserform beim Zerstören einer der Sandburgen durch kleinere Kinder die Katastrophe statt. Sogenannte Morphische Felder brachten die Häuser in A' Lam Achada mit den Sandburgen der Küste in morphische Resonanz und übertrugen den Hergang des Burgenzerstörenz auf die Häuser.

Falls die Versicherung nicht zahlt, steht Gebisch vor dem finanziellen Aus. Die Versicherung bleibt jedoch hart und lässt Lacroixs Ursache aufgrund ihres okkulten Aspekts nicht gelten. Im Gegenzug wartet die Versicherung nun mit einem Gutachten des Bauingeniuers Töler Bröhlmeier auf. Gebischs Gemüseladen sei nach Angaben der Versicherung einfach durch Baufälligkeit eingestürzt.

ls


Am Start

Interview mit Ratmann May und Peter Rimat von logicsperm

Iteration: Wir sehen, dass ihr Team versucht mit allen Mitteln einen Fuss in die Fenster der Surfer zu bekommen. Was ist das Ziel von logicsperm Herr May?

May: Man kann nicht unbedingt davon ausgehen, dass hinter allem ein Ziel steckt. Wir lassen uns treiben und stossen auf Stromschnellen und Steine. Von diesen Begegnungen berichten wir. Eine anderere Anwort auf die Frage ist, dass wir annehmen, dass sich das Ziel am Ende offenbart und wir selbst einigermassen verbluefft erkennen, dass wir keine Ahnung hatten.

Iteration: Das wirft einige Fragen und Kontroversen auf. Herr Rimat, bewegen sich Ihre Gedanken zu diesem Thema auf der selben Wellenlänge wie bei Ratmann May?

Rimat: Fragen und Kontroversen gehoeren im Leben dazu. Wir versuchen staendig uns mit ihnen auseinanderzusetzen und logicsperm ist das vorlaeufige Ergebnis dieses Prozesses. Eine Ideenpinwand, auf der wir Eindrücke sammeln und diese zum freien Betrachten, oder einfach zum Wegklicken zur Verfügung stellen. Einfach eine mediale Auseinandersetzung mit unserer Umwelt. Wir suchen natürlich auch nach einer Antwort auf die Frage, wieviel ein Surfer davon ertragen kann.

Iteration: Also ist logicsperm eine Art Experiment?

May: Das trifft die Sache schon eher. Wir möchten Erfahrung sammeln mit den modernen Medien und dem Austausch von Information. Dabei geht es uns in erster Linie um eine gewisse Unschärfe in den Informationen. Getreu, dem vom amerikanischen Pop-Autor Robert Anton Wilson verfolgtem Prinzip, den Leser immer wieder ein wenig zu verwirren, verfolgen wir eine Art Guerilla-Journalismus, um Wilsons Begriff der Guerilla-Onthologie aufzugreifen. Die Verwirrung soll den Leser dazu nötigen unsere Aussagen ständig zu hinterfragen. Wir würden nie Nacktphotos von uns ins Internet stellen. Ich meine, überlegen Sie mal, was der letzte Satz so alles bedeuten koennte.

Rimat: Wenn man sich auf irgendetwas einlässt, kommt irgendetwas dabei heraus, dabei schauen wir zu. Ich denke Experiment trifft es somit ganz gut.

Iteration: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch und sind gespannt auf die weitere Entwicklung von logicsperm.

ku